Rassebeschreibung  Shiba Inu

von Doris Raue, "Benii Ken´s", April 2001

(Eine hervorragende und ausführlichere Beschreibung unter: www.shiba-raue.de/rassebeschreibung.html)

Wenn Ihnen ein fuchsroter Hund mit kontrastreichen weißen Abzeichnungen an den Wangen, Brust und Innenseiten der Beine, einer Ringelrute, kleine Stehohren und nicht größer als Kniehöhe, auf der Straße begegnet, dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Shiba Inu.

Der Shiba Inu kommt aus Japan! Er gehört mit zu den typisch japanischen Rassen wie der Hokkaido, Kishu , Shikoku, und Akita Inu. Der Shiba Inu ist der Kleinste dieser 5 Rassen. Daher kommt auch sein Name: Shiba weist in der Übersetzung auf "etwas Kleines" hin. Inu heißt Hund! Kleiner Hund aus Japan!

In Japan hat man bei Ausgrabungen häufig entdeckt, dass der Mensch mit seinem Hund zusammen beerdigt wurde. Offensichtlich war dieser Hund der Jagdbegleiter der beerdigten Person. Aufgrund dieser Knochenreste konnte festgestellt werden, dass der Hund von damals dem heutigen Shiba sehr ähnelte. Seit weit über 10 000 Jahre leben diese Hunde mit dem Menschen zusammen. Nachdem aber viele reine Shibas vom Aussterben bedroht waren fing man 1928 an, all diese Hunde, die dem alten Shiba sehr glichen, einzusammeln, um hierauf die heutige Zucht wieder aufzubauen. Im Jahre 1934 wurde dann der Standard des Shibas erstellt.

Lebhaft und sehr ausdrucksvoll mit einem würdevollem Lächeln im Gesicht steht er seinem Menschen gegenüber. Die gespannte Körperlinie und der ausgeprägte Kopf deuten darauf hin, dass er ein aufmerksamer und guter Jäger gewesen sein muss. Auch heute noch ist sein Jagdtrieb ungebrochen, ist aber bei akzeptabeler Erziehung des Shibas unter Kontrolle zu bekommen. Sein starker und unnachgiebiger Wille kann uns Menschen manchmal verzweifeln lassen. Je mehr wir ihm aber zeigen, dass er mit seinem Willen nicht durchkommt und wir an unserer Konsequenz festhalten, haben wir die Chance auf ein harmonisches Zusammenleben. Immer wieder versucht der Shiba mit seiner Intelligenz unsere Konsequenz vergessen zu lassen. Schnell hat er uns überrumpelt und schon müssen wir feststellen, daß aus diesem "NEIN" wieder mal ein "NA GUT, DANN EBEN NICHT" wurde. Sein Scharm lässt uns dahin schmelzen und wenn wir nicht endlich begreifen, dass wir doch eigentlich der Boß sein wollten, dann wird er seiner Macht immer bewußter und ab etwa dem sechsten Lebensjahr wird ER uns beherrschen. Dieses trifft mehr für einen Rüden zu als auf eine Hündin. Nur wenn der Shiba (Rüde und Hündin) weiß und auch akzeptiert an welcher Stelle er in seiner Familie steht, werden wir ein wundervolles Vertrauensverhältnis mit und zu ihm bekommen. Wir können den Shiba frei laufen lassen, Arztbesuche sind kein Problem; kurz gesagt, wir können alles mit ihm machen, er hat gelernt gehorsam zu sein.

Standard des Shibas überarbeitet aus dem Jahr 1999 FCI Nr.257

Allgem. Erscheinungsbild:
Wohlproportionierter kleiner Hund, sehr muskulös und von gutem Knochenbau. Konstitution kräftig. Seine Bewegung ist lebhaft, frei und schön.

Wichtige Proportion:
Das Verhältnis von Widerristhöhe zur Körperlänge ist 10:11

Verhalten / Charakter (Wesen):
Treu, scharfsinnig, sehr aufgeweckt.

Kopf:
Schädel: Stirn breit.
Stop: Deutlich, mit einer leicht ausgeprägten Furche.

Gesicht:
Nase: Schwarzer Nasenschwamm erwünscht. Nasenrücken gerade.
Fang: Mäßig dick, verjüngt sich allmählich.
Lefzen: Straff.
Kiefer / Zähne: Kräftige Zähne, Scherengebiss.
Backen: Gut entwickelt.
Augen: Verhältnismäßig klein, dreieckig, von dunkelbrauner Farbe; der äußere Augenwinkel ist leicht angehoben.
Ohren: Verhältnismäßig kleines, dreieckiges, leicht nach vorne geneigtes aufgerichtetes Stehohr.
 
Hals: Dick, kräftig, zum Kopf und zum Körper gut proportioniert.
 
Körper:
Rücken: Gerade und kräftig.
Lenden: Breit und muskulös.
Brust: Tief, Rippen mäßig gewölbt.
Bauch: Gut aufgezogen.

Rute:
Hoch angesetzt, dick, gut eingerollt oder in sichelförmiger Haltung getragen; bei hängender Rute reicht die Spitze fast bis zum Sprunggelenk.

Gliedmaßen:
Vorderhand: Von vorne gesehen, vordere Gliedmaßen gerade.
Schulterblatt: Mäßig schräg.
Ellenbogen: Dicht am Körper anliegend.

Hinterhand:
Oberschenkel: Lang.
Unterschenkel: Kurz, aber gut entwickelt.
Sprunggelenk: Dick und robust.

Pfoten:
Zehen eng aneinanderliegend, und gut gewölbt; Ballen hart und elastisch; Krallen hart und vorzugsweise von dunkler Farbe.

Gangwerk:

Leichtfüßig und flink.

Haarkleid:
Haar: Das Deckhaar ist hart und gerade, die Unterwolle ist weich und dicht. An der Rute ist das Haar etwas länger und abstehend.
Farbe: Rot, schwarzloh, sesam, schwarz-sesam, rot-sesam.
Defination der Farbe "sesam":
Sesam: Gleichmäßige Mischung von weißen und schwarzen Haaren.
Schwarz-sesam: Mehr schwarze als weiße Haare.
Rot-sesam: Grundfarbe rot, Mischung mit schwarzen Haaren.
Alle angeführten Farben müssen "urajiro" aufweisen. "Urajiro"= Weißliches Haar seitlich am Fang und an den Backen, unter dem Fang, an der Kehle, an der Brust und am Bauch, an der Unterseite der Rute und an der Innenseite der Gliedmaßen.

Größe:
Widerristhöhe: Für Rüden: 40 cm
Für Hündinnen: 37 cm
Eine Abweichung von plus oder minus 1,5 cm wird toleriert.

Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
- Hündinnenartige Rüden, rüdenartige Hündinnen.
- Vor- und Rückbiss.
- Zahlreiche fehlende Zähne.
- Ängstlichkeit.

Ausschließende Fehler:
- nicht aufrecht getragene Ohren.
- Hängend getragene oder kurze Rute.


Shiba Inu

Rassebeschreibung des DCNH

Bei uns in Deutschland ist dieser kleine japanische Hund noch recht selten, aber längst nicht mehr unbekannt. Sein steiftier- und sein etwas fuchsähnliches Aussehen weckt bei Passanten immer eine große Aufmerksamkeit. Der Shiba ist der kleinste der japanischen Hunderassen, soll aber nachweislich die älteste sein, ja vielleicht sogar die älteste der Welt. Skelettfunde haben bewiesen, daß diese Hunde 8.000 bis 10.000 Jahre vor Christi Geburt gelebt haben und bis heute noch genauso aussehen.

Der Shiba Inu ist kein Hund, der im Zwinger leben sollte. Von Größe und Temperament ist er ein idealer Wohnungshund und gehört zu den Menschen ins Haus um zu lernen, was sie von ihm fordern. Er ist sehr intelligent und dankbar für jede artgerechte Arbeit, die ihm behutsam beigebracht wird, zum Beispiel in Form von Gebrauchs- und Gehorsamsübungen. In seinen eigenen vier Wänden ist der Shiba sehr ruhig und kann lange auf einem Platz verharren. Draußen aber benötigt er viel Bewegung. Er kann kilometerweit laufen, ohne müde zu werden. Rüde und Hündin unterscheiden sich nicht nur äußerlich, sondern auch im Charakter: Die Hündin ist anschmiegsamer, wogegen der Rüde oft eine stärkere Hand benötigt. Wenn Fremde zu Besuch kommen, schlägt der Rüde sofort an und gibt erst nach intensivem Gebell und großer Skepsis wieder Ruhe. Mag er einen Menschen nicht, so bekommt dieser es auch zu spüren, es dauert lange oder gelingt gar nicht, daß er sich von ihm streicheln läßt.

Äußerlich ist der Shiba eine sehr ansprechende Erscheinung. Eine breite Stirnpartie über den verhältnismäßig kleinen, weit auseinanderliegenden braunen Augen kennzeichnen den Kopf. Die kleinen dreieckigen Ohren mit leichter Neigung nach vorn werden aufrecht getragen. Die Rute ist hoch angesetzt und wird gerollt über dem Rücken getragen. Die Fellfarben sind rot, black and tan und sesam.

F.C.I.-Standard Nr. 257 / 28.04.1995 / D des Shiba Inu


Übersetzung:
Dr. J.-M. Paschoud nach dem vom japanischen Kennel Club auf Englisch überreichten Standard.

Ursprung:
Japan.

Datum der Publikation des gültigen Originalstandards:

15.06.1992.

Verwendung:

Jagdhund für Vögel und kleines Wild.
Begleithund.

Klassifikation F.C.I.:

Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp)
Sektion 5 (Asiatische Spitze und verwandte Rassen)
Ohne Arbeitsprüfung.

Kurzer geschichtlicher Überblick:

Der Shiba Inu ist eine uralte ursprünglich japanische Rasse. Das Wort "Shiba" weist auf etwas Kleines hin, auf einen kleinen Hund. Sein natürlicher Lebensraum war die bergige Gegend am japanischen Meer, wo er für die Jagd auf kleines Wild und auf Vögel verwendet wurde. Je nach Ursprungort bestanden kleine Unterschiede zwischen den Tieren innerhalb der Rasse.

Als in der Zeit zwischen 1868 und 1912 Jagdhunde wie die englischen Setter und Pointer in Japan eingeführt wurden, wurde die sportliche Jagd zu einem bevorzugten Zeitvertreib im Lande, und Kreuzungen zwischen den Shiba Inu und diesen englischen Jagdhunden wurden häufig vorgenommen; ein Shiba Inu reiner Abstammung wurde zur Seltenheit, und sogar in seinem natürlichen Lebensraum kamen Vertreter dieser Rasse nur in sehr beschränkter Anzahl vor. Um das Jahr 1928 begannen Jäger und Gelehrte sich um die Erhaltung des reinrassigen Shiba Inu zu kümmern, indem sie die wenigen reinen Blutinien erhielten; im Jahre 1934 wurde ein einheitlicher Standard aufgestellt. 1937 wurde der Shiba Inu zum "Naturdenkmal" erklärt, worauf die Rasse bis zum Erreichen des heute bekannten vorzüglichen Erscheinungsbildes gezüchtet und verbessert wurde.

Allgemeines Erscheinungsbild:

Wohlproportionierte kleine Hunderasse, sehr muskulös und von gutem Knochenbau. Konstitution kräftig. Seine Bewegung ist lebhaft, frei und schön.

Wichtige Proportionen:

Das Verhältnis von Widerristhöhe zur Körperlänge ist 10 : 11.

Verhalten und Charakter (Wesen):

Treu, wachsam, sehr aufgeweckt.

Kopf:

Schädel breit, Backen gut entwickelt, deutlicher Stop mit einer leicht ausgeprägten Stirnfurche. Nasenrücken gerade; schwarzer Nasenschwamm erwünscht. Der Fang, mässig dick, verjüngt sich allmählich. Lefzen straff. Kräftiges Scherengebiss.

Augen:

Verhältnismässig klein, dreieckig, von dunkelbrauner Farbe; der äussere Augenwinkel ist leicht angehoben.

Ohren:

Verhältnismässig kleines, dreieckiges, leicht nach vorne geneigtes aufgerichtetes Stehohr.

Hals:

Dick, kräftig, zum Kopf und zum Körper gut proportioniert.

Körper:

Rücken gerade und kräftig, Lenden breit und muskulös. Brust tief, Rippen mässig gewölbt. Bauch gut aufgezogen.

Rute:

Hoch angesetzt, dick, gut eingerollt oder in sichelförmiger Haltung getragen; bei heruntergezogener Rute reicht die Spitze fast bis zum Sprunggelenk.

Vorderhand:

Schulterblatt mässig schräg, Ellenbogen dicht am Körper anliegend; von vorne gesehen, vordere Gliedmassen gerade.

Hinterhand:

Oberschenkel lang, Unterschenkel kurz, aber gut entwickelt; Sprunggelenk dick und sehr robust.

Pfoten:

Zehen geschlossen und gut gewölbt; Ballen hart und elastisch; Nägel hart und vorzugsweise von dunkler Farbe.

Gangart:

Leichtfüssig und lebhaft.

Beschaffenheit des Haares:

Das Deckhaar ist hart und gerade, die Unterwolle ist weich und dicht. An der Rute ist das Haar etwas länger und abstehend.

Farbe des Haares:

Rot, schwarzloh, sesam, schwarz-sesam, rot-sesam.
Definition der Farbe "Sesam" =
Sesam : Gleichmässige Mischung von weissen und schwarzen Haaren.
Schwarz-sesam : Mehr schwarze als weisse Haare.
Rot-sesam : Grundfarbe rot, Mischung mit schwarzen Haaren.
Alle angeführten Farben müssen "Urajiro" aufweisen.
Urajiro =
Weissliches Haar seitlich am Fang und an den Backen, unter dem Fang, an der Kehle, an der Brust und am Bauch, an der Unterseite der Rute und an der Innenseite der Gliedmassen.

Größe:

Widerristhöhe für Rüden 40 cm
für Hündinnen 37 cm
Eine Abweichung von plus oder minus 1,5 cm wird toleriert.

Fehler:

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
- Ängstlichkeit.
- Hündinnenartige Rüden, rüdenartige Hündinnen.
- Vor- und Rückbiss.
- Zahlreiche Zahnverluste.

Ausschließende Fehler:

- Nicht aufrecht getragene Ohren.
- Hängend getragene oder kurze Rute.

N.B.:

Rüden sollen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.